Welchen Bootsführerschein brauche ich? Wir haben die Antwort

Wir helfen Dir den richtigen Bootsführerschein für Deine Wünsche zu finden. Außerdem erklären wir Dir für welches Gewässer & welchen Bootstyp welcher Bootsführerschein der richtige ist. Neben unseren Hinweisen räumen wir auch mit verschiedenen Mythen rund um Bootsführerscheine & Nachweise auf.

Welche Bootsführerschein: Ausbildungssituation mit Skipper & Teilnehmer

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Welchen Bootsführerschein benötige ich?

SKS, SBF & SSS – SRC, UBI & LRC… klingt wie Lied von den Fantastischen 4 – sind aber die unübersichtlichen Abkürzungen zu amtlichen Bootsführerscheinen & Befähigungsnachweisen. Die Vielfalt an Bootsführerscheinen ist groß. Wir helfen Dir den richtigen Bootsführerschein für Deine Wünsche zu finden. Außerdem erklären wir Dir für welches Gewässer & welchen Bootstyp welcher Bootsführerschein der richtige ist. 

2 Fragen zu Bootsführerscheinen am Anfang

Am Anfang solltest Du dir folgende Fragen stellen:

  • Wo möchte ich Boot fahren? (Meer oder Binnengewässer)
  • Welches Boot möchte ich fahren? (Motorboot oder Segelboot)

Wenn du diese Fragen für dich noch nicht beantworten kannst, keine Sorge, am Ende des Ratgebers zu Bootsführerscheinen kannst du es.

Welche Bootsführerscheine gibt es in Deutschland?

Diese Frage steht meist am Anfang der Entscheidung darüber welcher Bootsführerschein gemacht werden sollte. Neben den Führerscheinen (SBF-See, SBF-Binnen) & Befähigungsnachweisen (SKS, SSS, SHS) sind häufig weitere Nachweise für Skipper notwendig. Hierzu klären wir kurz im Verlauf dieses Ratgebers nur kurz auf. Wir werden noch einen gesonderten Ratgeber zu diesem Thema veröffentlichen.

Bootsführerschein vs. Befähigungsnachweis

Im Bereich der Bootsscheine ist die Unterscheidung zwischen tatsächlichem Bootsführerschein und Befähigungsnachweis essentiell – zumindest im Hobbybereich. Im alltäglichen Sprachgebrauch werden meist alle Nachweise als “Bootsführerschein” bezeichnet. Die eigentlichen Bootsführerscheine sind jedoch nur der SBF-See und der SBF-Binnen (bzw. auch das Bodenseeschifferpatent, doch dazu später mehr). Der SKS, SSS & auch der SHS sind Befähigungsnachweise welche nur für bestimmt Situationen benötigt / empfohlen werden und erst bei gewerblicher Nutzung zu einem Führerschein werden. 

Mit welchem Bootsführerschein fange ich an?

Als Einsteiger im Freizeitbereich enthält die Antwort in ca. 90% der Fälle die 3 Buchstaben “SBF”. Der Sportbootführerschein Binnen (SBF-Binnen) und der Sportbootführerschein See (SBF-See) sind die wichtigsten Führerscheine im Freizeitsegment. Ergänzt werden die Führerscheine durch das Bodenseeschifferpatent. Wie das genau funktioniert erklären wir Dir im Abschnitt “Bodenseeschifferpatent”.

SBF See oder SBF Binnen? 

Die beiden Führerscheine unterscheiden sich in ihrem Geltungsbereich über die Gewässer in welchen Sie zum Führen von Booten berechtigen. Es sind internationale Bootsführerscheine. Wer ein nachhaltiges Interesse an der Schifferei hat, für den lautet die Frage “Welcher Bootsführerschein?”: Beide. Die meisten Sportbootschulen bieten auch Kombikurse SBF an. Der Vorteil liegt vor allem darin, dass nur eine praktische Prüfung absolviert werden muss. Umgekehrt sind zwei praktische Bootsprüfungen notwendig.

Geltungsbereiche von Bootsführerscheinen

Wenn Du ein Boot führen möchtest solltest Du dir über den Geltungsbereich Deines Nachweises im klaren sein. Es gibt zwei große Geltungsbereiche von Bootsführerscheinen. Darüber hinaus gibt es vereinzelt Gewässer in denen Sonderregelungen gelten. Über diese werden wir in einzelnen Blogbeiträgen berichten. Die zwei wichtigsten Geltungsbereiche in Bezug auf die Frage “Welcher Bootsführerschein ist der richtige für mich?” sind die Geltungsbereiche “See” & “Binnen”:

 

  • Geltungsbereich See (Seeschifffahrtsstraßen): Einfach gesagt ist dies der Geltungsbereich wenn Du ein Schiff auf dem Meer steuern möchtest. Hierzu gehören: Mittelmeer, Atlantik, Nordsee, Ostsee… usw.
  • Geltungsbereich Binnen (Binnenschifffahrtsstraßen): Der Geltungsbereich der Binnengewässer beschreibt die Bootsreviere “Flüsse & Seen”.

Mit dem SBF-Binnen darfst Du demnach den meisten Binnengewässern weltweit ein Sportboot führen. Der SBF-See berechtigt weltweit zum Führen von Booten bzw. Sportbooten an Küsten und auf der Hohen See.

SBF-Binnen unter Motor oder unter Segel?

Neben den Geltungsbereichen gibt es in Deutschland beim SBF-Binnen noch die Unterscheidung “unter Motor” oder “unter Segel”. Die Frage “welcher Bootsführerschein” muss beim SBF-Binnen nicht nur nach Gewässer sondern auch nach Antriebsart des Bootes unterschieden werden. Für den SBF-See spielt die Unterscheidung keine Rolle. 

Der SBF-See unter Segel (früher A-Schein genannt) wird offiziell „Sportbootführerschein Binnen unter Antriebsart Segel“ genannt und ist der klassische “Segelschein für Flüsse und Seen”. Häufig wird der Schein auch als “Jollen-Schein” bezeichnet weil Jollensegler diesen als Grundlage benötigen.

Befähigungsnachweise (nach dem SBF)

Wenn ihr weiter als 12-Meilen ein Schiff führen möchtet gibt es keine allgemeine Führerscheinpflicht. Außerhalb der 12-Meilen-Zone herrscht nur für kommerzielle Fahrten eine Führerscheinpflicht. Es ist unter Umständen dennoch sinnvoll einen SKS, SSS oder sogar SHS zu machen. Zum einen lernt ihr so das nötige Handwerkszeug zum Führen einer Yacht auf hoher See & zum anderen kann es sein, dass Versicherungen & Vercharterer euch ihre Leistung nur unter der Voraussetzungen des Besitzes einer dieser Scheine anbieten.

SKS-Sportküstenschifferschein – der Schein für Urlaubssegler

Der SKS (Sportküstenschifferschein) ist der beliebteste Schein für Hobbysegler & Chartersegler. Es gibt ihn auch rein unter Motor, das wird jedoch selten praktiziert. Hierbei erlernt ihr das erste mal wirkliches Segelhandwerkszeug. Der Schein bescheinigt euch die Fähigkeit zum Führen von Booten innerhalb der 12-Meilen Zone. Die meisten Segler segeln nicht weiter und hören nach dem SKS auf. Meist reicht dies auch völlig aus. Außerdem könnt ihr mit dem SKS auch kommerzielle Törns anbieten.

Tipp:  

Diesen Schein solltet ihr als regelmäßige Segler besitzen. 1. wird er von vielen Vercharterern vorausgesetzt und zum anderen kann man die Praxisausbildung mit einem Urlaubstörn von ca. 1 Woche verbinden welcher mit der Prüfung abschließt. So habt ihr Urlaubskosten & Ausbildungskosten kombiniert.

SSS-Sportseeschifferschein – für die, die weit hinaus möchten

Den Sportseeschifferschein machen die meisten Skipper hauptsächlich um gewerbsmäßig Boote zu führen. Der Schein bestätigt euch die Fähigkeit für das sichere Führen eines Bootes in der 30-Meilen Zone weltweit und in allen Gewässern um Europa außerhalb der 30-Meilen-Zone. Meist ergibt sich der Bedarf für diesen Schein erst nachdem einige Jahre mit dem SKS Boote geführt wurden. Falls ihr in die Richtung gehen möchtet sprecht ihr am besten direkt eine Sportbootschule an um den tatsächlichen Bedarf zu evaluieren. Gleiches gilt für den SHS.

SHS-Sporthochseeschein – für die große Überfahrt

Wie beim Sporthochseeschein ergibt sich der Bedarf für den SHS-Schein meist erst nach Jahren. Dieser Schein bescheinigt euch die Fähigkeit Schiffe weltweit auf hoher See zu führen. Benötigt wird er in den wenigsten Fällen. Plant ihr eine große Überfahrt kann der Schein jedoch Sinn machen.

Was kostet ein Bootsführerschein?

Bei den Kosten sind Prüfungsgebühren & Ausbildungskosten zu unterscheiden. Während die Prüfungsgebühren beim DMYV bzw. beim DSV immer gleich sind, unterscheiden sich die Ausbildungskosten je nach Art der Ausbildung.

Die Prüfungsgebühren für Bootsführerscheine

Die Prüfungsgebühren für den SBF See und/oder Binnen bewegen sich je nach Prüfungskombination zwischen 100€ & 200€. Bei den Befähigungsnachweisen SKS/SSS/SHS bewegen sich die Gebühren ca. zwischen 200€ & 300€. Dazu hat der DMYV einen Prüfungsrechner bereitgestellt. So lassen sich die Prüfungsgebühren einfach berechnen. Einige Bootsschulen bieten Komplettpreise inkl. Prüfungsgebühren an und übernehmen die Anmeldung als kostenlosen Service für euch (z.B. PRIME YACHTING: zu den Terminen & Kosten).

Die Ausbildungsgebühren für Bootsführerscheine

Bei der Ausbildung gibt es in der Regel 2 Optionen welche über den Preis der Ausbildung entscheiden:

 

  • Option 1, von den meisten genutzt: Klassische Bootsführerscheinausbildung mit einer verlässlichen Sportbootschule als Partner. Hierbei werdet ihr in Theorie- & Praxiskursen auf Prüfung und auf die Bootspraxis vorbereitet. Dabei solltet ihr darauf achten dass ihr auch außerhalb der Kurszeiten Hilfe beim Lernen bekommt. Die Kosten für Theorie & Praxis belaufen sich dabei auf ca. 350€.
  • Option 2, die Selbstlernoption: Die Ausbildung läuft rein über App bzw. Onlinekurs. Dabei bringt ihr euch die Theorie komplett selber bei. Ihr müsst nirgendwo hin, habt in der Regel doch hohen Lernaufwand. Insbesondere Leuten die lange nicht gelernt haben ist dies nicht zu empfehlen. Die Kosten für den bloßen Zugang (ohne Kurse) beläuft sich auf 30-40€. Die Praxisausbildung in Höhe von ca. 120€ kommt jedoch noch hinzu.

Tipp:  

Die meisten Sportbootschulen bieten einen kostenlosen App-Zugang zur Ausbildung dazu an

Brauche ich einen Bootsführerschein?

Sobald die Antriebsmaschine mehr als 11,03 KW / 15 PS hat ist eine amtliche Erlaubnis erforderlich. Das bedeutet Du brauchst dann auch einen Bootsführerschein.

Grundsätzlich ist es wie im Straßenverkehr, es gibt Verkehrsregeln und Polizeikontrollen durch die Wasserschutzpolizei. Genau wie in der Unterscheidung zwischen Fahrrad und motorisiertem Gefährt auf der Straße, gilt auf dem Wasser: Ab 11,03 KW / 15 PS braucht ihr einen amtlichen Nachweis. Eine Aus­nahme sind Berlin und Branden­burg, hier gilt eine Pflicht zur amtlichen Erlaubnis schon ab 1 PS und ab 3 qm Segel­fläche.

Wo kann ich die Prüfung zum Sportbootführerschein machen?

Der Deutschen Segler-Verban­d e.V. (DSV), beziehungs­weise der Deutsche Motor­yacht­verband e.V. (DMYV) sind für die Abnahme von Bootsführerschein-Prüfungen in Deutschland zuständig.

Bootsführer und Rudergänger

Bootssport ist vor allem auch ein Teamsport. Anders als beim Auto kannst Du als Rudergänger auch ohne Führerschein ein Boot steuern. Dazu muss lediglich ein Bootsführer an Bord sein welcher in diesem Falle führerscheinpflichtig ist. Der Rudergänger ist nicht führerscheinpflichtig sondern muss lediglich die Anweisungen des Bootsführers befolgen. Sollte dir das ausreichen kannst du also dennoch Bootssport betreiben.

Reicht das kroatische Küstenpatent?

Einer der größten Mythen im Hobbyyachting Bereich ist die Gültigkeit und die Sinnhaftigkeit des kroatischen Küstenpatents. Über die Sinnhaftigkeit lässt sich streiten – dazu werden wir uns in diesem Artikel nicht äußern. Bei der Gültigkeit gibt es 2 Perspektiven die betrachtet werden müssen: Erstens, Was sagt die kroatische Wasserschutzpolizei und zweitens, was passiert im Falle eines Unfalls/Schadens? 

Zunächst einmal ist das kroatische Küstenpatent für die Polizei vor Ort völlig ausreichend. Die Polizei wird euch in dem Falle keine Hürde sein. Das Patent ist komplett anerkannt. Übrigens: Ein Bootsführerschein ist in Kroatien schon ab 1PS oder 3qm Segelfläche verpflichtend.

Im Versicherungsfall wird das ganze jedoch etwas komplizierter. Insbesondere wenn es zu einer Gerichtsverhandlung kommt kann einem das kroatische Küstenpatent zum Verhängnis werden. Warum ist das so? Im Seerecht gilt immer die Vorgabe des Heimatlandes. Genau wie beim Autoführerschein muss der Bootsführerschein im Heimatland ausgestellt worden sein damit die Versicherung greift. Kommt es also zu Schaden, im Extremfall sogar Personenschaden, wird das Gericht die Strafe auf “Fahren ohne Führerschein” bemessen. In diesem Fall wird eine Versicherung nicht zahlen.

Das kroatische Küstenpatent kommt demnach dem Fahren ohne Versicherungsschutz gleich.

Bootsführerschein Bodensee – Hä, was ist das?

Ja, das gibt es wirklich. Auf dem Bodensee herrschen teilweise leicht unterschiedliche Regeln als auf anderen Binnengewässern. Daher gibt es ein gesondertes Patent, das Bodenseeschifferpatent. Mit diesem Patent dürft Ihr Motorboote mit mehr als 6 PS und Segelboote mit mehr als 12 m2 Segelfläche führen. 

Wenn ihr den SBF-Binnen habt muss eine zusätzliche theoretische Prüfung abgelegt werden. Andersherum könnt ihr das Bodenseeschifferpatent einfach umschreiben lassen (gegen Gebühr).

Tipp:  

Wenn ihr maximal 1 pro Jahr auf dem Bodensee ein Schiff führen möchtet und bereits einen SBF-Binnen besitzt, könnt ihr für die Zeit von 1 Monat ein kurzzeitiges Ferienpatent beantragen. So müsst ihr keine Prüfung ablegen.

Brauche ich Funkschein & Pyroschein?

Wenn eine Funkanlage und/oder See­not­signal­mittel der Kategorie T2 mitgeführt werden (die meisten See­not­raketen), benötigt der Schiffsführer die beiden Scheine. Bei den meisten Charterschiffen ist beides gegeben. Insofert solltet ihr, wenn ihr das Hobby Yachting nachhaltig betreiben möchtet, beide Scheine erwerben. In der Fachsprache sind das folgende Scheine:

  • Für die Binnenschifffahrt: Das UKW-Sprech­funk­zeugnis für den Binnen­schiff­fahrts­funk (UBI)
  • Für die Seeschifffahrt: Das Beschränkt Gültige SRC-Funkzeugnis
  • Der Pyroschein: Der Fach­kunde­nach­weis für See­not­signal­mittel (FKN): „Kleiner Pyroschein

Darüber hinaus gibt es die selten benötigten Fachkundenachweise “Sach­kunde­nach­weis für See­not­signal­mittel (SKN)” & das Allgemeine Funkbetriebszeugnis (LRC). Ähnlich wie beim SSS & SHS ergibt sich der Bedarf für beide Scheine erst im Laufe der Jahre. Ihr solltet euch erstmal auf die 3 oben genannten konzentrieren.

Fazit: Welchen Bootsführerschein brauche ich?

In den meisten Fällen ist der übliche Beginn im Bereich Bootsführerscheine der SBF-See & SBF-Binnen in Kombi. Im Anschluss werden häufig UBI, SRC & FKN nachgelegt. Wer dem Hobby Yachting dann häufiger nachgeht und Schiffe chartern möchte sollte sich überlegen auch den SKS zu machen. Mit diesen Scheinen seit ihr in 90% der Fälle ausreichend ausgestattet um sicher Schiffe zu führen und Urlaubstörns zu machen. Falls Du dich Explizit für das Thema Segeln interessiert empfehlen wir Dir unseren Ratgeber Segeln Lernen.

Bei Fragen meldet euch gerne. Wir beraten euch kostenlos & unverbindlich.

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Dirk Bunje
Dirk BunjeSegeltrainer & Gründer
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